Irlandlauf 620km

Extremsportler Thomas Wenning und Claudia Weber haben im März 2006 Irland von Nord nach Süd durchlaufen. Die Streckenlänge von 620 Kilometer wurde in 6 Tagen und 8 Stunden und 17 Minuten bewältigt. Weltbestleistung über diese Streckenlänge in Irland.

 

 

Nachdem beide Läufer am Freitag, den 24.März in Malin Head, dem nördlichsten Punkt Irlands gestartet waren, erreichten Sie nach 6 Tagen, 8 Stunden und 17 Minuten in neuer Rekordzeit Mizen Head den südlichsten Punkt Irlands. In diesen 6 Tagen, wo Sie pro Tag zwischen 70 und 90 Kilometer zurücklegten, sahen Sie Irland von seiner schönsten Seite. Neben rauen Klippen, grünen Wiesen und viel Natur, sahen Sie aber auch Ruinen und moderne Städte. Das Wetter spielte leider nicht immer ganz so mit und so hatten die beiden Läufer teilweise mit starkem Regen und Wind zu kämpfen.
Begleitet wurden die beiden Ultraläufer vom Physiotherapeuten Ralf van der Heiden, der das Wohnmobil fuhr und für die Verpflegung und Massage zuständig war.

 

Die Anreise nach Irland erfolgte am Mittwochabend, den 22.März. Der Flug ging von Düsseldorf nach Dublin. Die Nacht verbrachten sie im Clarion Flughafen Hotel. Am nächsten Morgen wurde gegen 10.00 Uhr das Wohnmobil, nach einer kurzen Einweisung abgeholt. Nach einem ersten Großeinkauf von Verpflegung ging die Fahrt weiter in Richtung Malin Head. Die beiden Läufer konnten so einen ersten Eindruck von Irland gewinnen. Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die nach außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind. Der Fluss Shannon ist mit über 370 Kilometern der längste Fluss der Insel. In den Ebenen liegt eine große Zahl von Seen, die die Landschaft maßgeblich prägen. Über das Land verteilt gibt es eine Vielzahl von Nationalparks. Am Abend wurde das Wohnmobil am nördlichsten Punkt der Insel Malin Head geparkt und die Nacht dort verbracht.

 

I. Lauftag, der 24.März

Am Freitag, den 24.März um 6.11 Uhr wurde der Irlandlauf gestartet. Das Wetter war trocken und die Temperaturen lagen am frühen Morgen bei 6 Grad. Den Läufern wehte aber ein kräftiger Wind beim Start um die Ohren. Die Strecke führte von Malin Head über Malin nach Carndonagh. In Carndonagh befindet sich das „Patricks Cross“, ein aus dem 7. Jahrhundert stammendes Kreuz. Das Kreuz ist eines der ältesten in ganz Irland und gehörte zu einem ehemaligen Kloster, welches von St. Patrick für den Bischof Mac Cairthen errichtet wurde. Weiter führte der Weg über die Grenze nach Nordirland, dort erreichten die Läufer Londonderry. Sehenswert ist in Londonderry die mittelalterliche Altstadt mit der 1,5 km langen und bis zu 8 m hohen, begehbaren Stadtmauer. Auch befindet sich die größte anglikanische Kathedrale Irlands, St. Kolumban in der Stadt. Endpunkt der Tagesetappe nach über 85 Kilometern war Sion Mills. Sion Mills ist ein ruhiges Bilderbuchdorf und liegt vor der atemberaubenden Kulisse der Sperrin Mountains. Die Nacht wurde in einem B&B (Bed and Breakfast) verbracht.

 

II. Lauftag, der 25.März

Am Samstag ging es um 6.04 Uhr bei Regen in Sion Mills an den Start. Nach einer Stunde hörte der Regen auf und die Sonne wagte sich heraus. Temperaturen bis zu 12 Grad am Mittag waren sehr angenehm für die Läufer. Die Route ging über Victoria Bridge, Ederny, Enniskillen. Der Name der Stadt Enniskillen, die rund 15.000 Einwohner hat, geht zurück auf „Inis Ceithleann“ – Kathleens Insel. Sehenswert sind Enniskillen Castle, die Kirchen der Stadt, das Rathaus und das Coles-Denkmal im Forthill Park. Die Läufer mussten die 108 Stufen erklimmt, um einen großartigen Rundblick über Stadt und Land zu haben. Weiter ging der Weg über Swalinbar, zum Endpunkt Derrynacreeve. Um 17.00 Uhr erreichten die Läufer Ihr heutiges Ziel. Die letzten drei Stunden der Etappe hatte es wieder stark geregnet.

 

III. Lauftag, der 26.März

Der Start am Sonntag war um 7.04 Uhr in Derrynacreeve. Der Himmel sah sehr dunkel aus und es war heftig am Regnen. Der Regen sollte die Läufer den gesamten Tag begleiten. Die Route führte über Ballinamore, Mohill nach Longfort. In Longfort wurden im Supermarkt auch erst mal die Vorräte für den Camper aufgefüllt. In Irland haben die Geschäfte an 7 Tagen in der Woche geöffnet. Longfort, ist gleichzeitig Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt die aus dem 19. Jahrhundert stammende St. Mel´s Cathedral. Die Route führte die Läufer weiter über Keenagh nach Ballymahon. Kurz vor Ballymahon gibt es ein riesiges Torfabbaugebiet. Die gesamte Laufleistung nach drei Tagen lag bei etwa 260 Kilometern.


IV. Lauftag, der 27.März

Start in Ballymahon war um 7.27 Uhr. Zum Start war es trocken, aber nur kurze Zeit, dann setzte wieder starker Regen ein. Das Wetter war den ganzen Tag sehr wechselhaft. Die Route von cirka 85 Kilometern führte von Ballymahon in Richtung Ballykeeran, wo sich ein schöner Blick über Fluß- und Seenlandschaftt für die Läufer auftat. Weiter ging es über Ferbane nach Cloghan (der Bergfestmarke von 310 Kilometern) zum Endpunkt Borriskane. In Borriskane wurde abends ein Pub besucht, wo live Irische Folkmusik dargeboten wurde. Nach 2 Pints Guiness ging es aber wieder zurück in den Camper.

 

V. Lauftag, der 28.März

Der Start heute Morgen war um 6.45 Uhr bei leichtem Nieselregen. Die Wetteraussichten für den heutigen Tag lagen bei 10 – 13 Grad und mal wieder Regen. Von dem Regen sind die Läufer aber im Großen und Ganzen verschont geblieben. Gegen 8.30 Uhr erreichten sie Nenagh. Nach einem Liveradio Interview ging es weiter Richtung Limerick. Die Läufer folgten der N7 fast 50 Kilometer und erreichten gegen 15.00 Uhr Limerick. Limerick, an der Shannon – Mündung gelegen, ist mit rund 100.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Irlands. Die Stadt ist historisches Zentrum der Region. Limerick bekannteste touristische Attraktionen sind das „King John’s Castle“ und etwas außerhalb der Stadt das Bunratty Castle. Die im Vorfeld festgelegte Route wurde kurzerhand geändert, da die Läufer Limerick besichtigen wollten. Nach einer kleinen Suppenpause ging es weiter auf der N20 bis nach Charleville, wo das Etappenziel war. Nach einer heißen Dusche fand der Abend seinen Ausklang beim örtlichen Chinesen. Die anwesenden Gäste im Restaurant wunderten sich über den enormen Appetit der Sportler. Da die Läufer bis zu 10000 Kalorien am Tag verbrennen, ist es aber nicht verwunderlich. Nach einer kurzen Erklärung unseres Projekts, spendierte der Küchenchef noch eine Extraportion.

 

VI. Lauftag, der 29.März

Um 6.05 Uhr im Dunkeln, ging es für die Sportler an die Startlinie. Von Charleville ging es über Newtown nach Mallow. In Ballybeg an der Abtei wurden noch einige Fotos gemacht. Die ersten fünf Stunden hatten die Sportler noch Glück mit dem Wetter, es war um die 13 Grad und teilweise sogar sonnig. Doch dann setzte für den Rest des Tages immer wieder Regen ein. Von Mallow aus folgten sie der R619 bis nach Coachford und dann weiter Richtung Macrooom und Kilmichael. In Shanacrane entschieden sich die Läufer die vorgegebene Route zu ändern und auf der R585 in Richtung Kealkill weiter zu laufen. Der Grund für diese kurzfristige Änderung, war der Überlegung, am letzten Lauftag immer an der Küste entlang zu laufen. Zwischen Togher und Kealkill beendeten Sie den Lauftag erst abends gegen 19.10 Uhr. Ihr Ziel Mizen Head lag nun cirka 65 Kilometer vor ihnen.

 

VII. Lauftag, der 30.März

Nach dem Start heute Morgen um 6.45 ging es über Kealkill Richtung Ballylickey. Das Wetter zeigte sich noch freundlich, aber nach 3 Stunden setzte immer wieder heftiger Regen ein. Aber das Ziel lag jetzt nur noch knapp 50 Kilometer entfernt. In Bantry angekommen, war es nur noch ein Marathon. Bantry, ein Städtchen mit annähernd 3000 Einwohnern liegt unterhalb einer Hügelkette und weist durch den Einfluss des Golfstromes fast subtropische Vegetation auf. Der Weg führte weiter an der Küste, der Dunmanus Bay entlang. Nach 6 Laufstunden änderte sich das Wetter und die Läufer sollten bei ihrem Zieleinlauf mit Sonne verwöhnt werden. Die Landschaften an der Küste sind sehr abwechslungsreich. So fielen besonders die verschiedenen Grüntöne der Wiesen und Pflanzen auf. Das letzte Schild Richtung Mizen Head, zeigte jetzt nur noch 3 Kilometer. Die Läufer waren ganz gespannt auf das, was sie nun am Leuchtturm erwartete. Der Zieleinlauf war am Besucherzentrum in Mizen Head. Nach einem Eintrag ins „Malin to Mizen“ Buch ging es für sie über die Brücke zum Leuchtturm, dem südlichsten Punkt Irlands. Nach 6 Tagen, 8 Stunden und 17 Minuten ereichten die Läufer glücklich ihr Ziel.

 

Nach dem bewegenden Einlauf in Malin Head wurde der Abend mit befreundeten irischen Läufern verbracht. Zum Schluss des Irlandaufenthaltes wurde für 2 Tage Dublin mit dem Bus erkundet!

Fazit: Ein besonderer Lauf in einer unverwechselbaren Landschaft. Irland ein Land der Kontraste.

 

 

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© Thomas Wenning